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Sommerferien: Warum Kinder beides brauchen – Erholung und eine gute Vorbereitung
actualite

Sommerferien: Warum Kinder beides brauchen – Erholung und eine gute Vorbereitung

02. Juli 2026

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Von Viktorija Mousa

Wenn mich Eltern vor den Sommerferien fragen, ob ihr Kind in den Ferien lernen sollte, überrascht sie meine Antwort oft.

"Nein. Nicht sofort."

Ich bin seit vielen Jahren in der Bildungsarbeit tätig und begleite Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Lernweg. Trotzdem sage ich jedes Jahr dasselbe:

"Kinder brauchen Ferien. Richtige Ferien."

Sie brauchen Zeit, um auszuschlafen, mit Freunden zu spielen, mit der Familie Zeit zu verbringen oder einfach einmal nichts für die Schule tun zu müssen. Aus meiner Sicht sollte jedes Kind mindestens zwei Wochen der Sommerferien genau dafür nutzen – ganz ohne Leistungsdruck, Hausaufgaben oder zusätzliche Termine. Denn nur wer sich erholen darf, kann mit neuer Energie lernen.

Warum Lernen in den Sommerferien trotzdem sinnvoll sein kann?

Nach der Erholung beginnt eine besondere Zeit. Die Sommerferien bieten eine Chance, die es während des Schuljahres kaum gibt.
Es gibt keine Klassenarbeiten, keine Hausaufgaben, keine vollen Stundenpläne und keinen täglichen Zeitdruck. Genau deshalb können viele Kinder Inhalte viel ruhiger aufnehmen und verstehen. Dabei geht es nicht darum, den Stoff des nächsten Schuljahres vorwegzunehmen.
Viel wichtiger ist es, bestehende Lernlücken zu schließen, Grundlagen zu festigen und mit einem sicheren Gefühl in das neue Schuljahr zu starten.

Denn Wissen baut auf Wissen auf.
Gerade in Mathematik, Deutsch oder Englisch werden viele Themen jedes Jahr anspruchsvoller. Fehlt die Grundlage, wird das Lernen oft unnötig schwer.

Jedes Kind startet anders

In meiner täglichen Arbeit sehe ich ganz unterschiedliche Kinder. Da sind die Schulanfänger, die sich auf ihren ersten Schultag freuen und spielerisch an den neuen Lebensabschnitt herangeführt werden können. Es gibt Kinder, die auf eine weiterführende Schule wechseln und plötzlich viel selbstständiger lernen müssen. Andere bereiten sich auf eine Nachprüfung vor oder möchten ihre Noten verbessern. Und es gibt viele Kinder und Jugendliche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.
Gerade sie profitieren häufig davon, auch während der Ferien regelmäßig Deutsch zu sprechen, zu lesen und zu schreiben. Sprache bedeutet nicht nur bessere Schulnoten – sie bedeutet auch Sicherheit, Selbstvertrauen und die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen und aktiv am Schulleben teilzunehmen.

Lernen ohne Druck

Viele Eltern fragen mich, wie viel Lernen in den Ferien sinnvoll ist. Meine Antwort lautet fast immer:

Weniger ist oft mehr.

Zwei konzentrierte Lerntermine pro Woche können oft wirkungsvoller sein als tägliches Lernen unter Druck. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Stunden, sondern die Qualität der Förderung. Kinder lernen besser, wenn sie motiviert sind, Erfolgserlebnisse haben und merken, dass sie Fortschritte machen.

Auch ich kenne die Sorgen von Eltern

Ich schreibe diese Zeilen nicht nur als Lehrerin und Gründerin von Zielscheibe. Ich schreibe sie auch als Mutter.
Unsere Familie hat selbst erlebt, wie belastend eine Nachprüfung sein kann. Ich weiß deshalb, wie viele Gedanken, Sorgen und Unsicherheiten Eltern und Kinder in dieser Zeit begleiten. Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir eines besonders wichtig ist:
Kein Kind sollte sich wegen schlechter Noten als Versager fühlen. Kinder brauchen Menschen, die an sie glauben.

Mein Wunsch für diesen Sommer

Wenn ich Eltern einen einzigen Rat mitgeben dürfte, wäre es dieser:

Schenken Sie Ihrem Kind schöne Ferien – und gleichzeitig einen guten Start in das neue Schuljahr.

Beides gehört zusammen. Erholung gibt neue Kraft. Gezielte Förderung gibt Sicherheit.
Und genau aus dieser Kombination entstehen Motivation, Selbstvertrauen und Freude am Lernen.


Über die Autorin

Viktorija Mousa ist Gründerin des Nachhilfe-Netzwerks Zielscheibe in Essen.

Seit 2015 begleitet sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Bildungsweg. Als selbst nach Deutschland eingewanderte Frau weiß sie aus eigener Erfahrung, wie wichtig Bildung, Sprache und echte Chancengleichheit sind. Ihre Vision ist es, Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren persönlichen Voraussetzungen auf Augenhöhe zu begleiten und ihnen Wege zu zeigen, ihre Ziele zu erreichen.

Für sie ist Bildung weit mehr als Unterricht – sie ist der Schlüssel zu Selbstvertrauen, Integration und neuen Perspektiven.

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